Ungeweinte Tränen

Ungeweinte Tränen

Die Tränen laufen mir so die Wangen herunter als wäre irgendwo eine Schleuse geöffnet worden. Wo kommen bloss all diese Tränen her, es ist doch nicht wirklich etwas Dramatisches geschehen. Zumindest nichts so Gravierendes, was diese vielen Tränen erklären würde.

Während den immer wiederkehrenden Tränenflüssen ziehen viele Bilder an meinem inneren Auge vorbei. Bilder aus der Vergangenheit, der Kindheit, von Menschen und Tieren mit denen ich eiwash-1137934_1280nmal Kontakt hatte. Menschen die mich durch Taten oder Worte einmal sehr verletzt haben. Geliebte Tiere die ich verloren habe. Es fühlt sich an wie ein Film der mir gezeigt wird, damit ich mir noch einmal das ansehe was mich geschmerzt hat. Und was eine Erklärung für diese tiefe Trauer ist, die mich so plötzlich überfallen hat. Auch wenn ich es nicht wirklich verstehe weiss ich doch, dass alles einen tieferen Sinn hat. Und so lasse ich alle meine Tränen zu, lasse sie einfach laufen. Es hat für mich auch etwas von einer inneren Reinigung. Das was raus muss und soll sucht sich eben seinen Weg, bei mir sind es die Tränen. Es hat für mich ein Gefühl von ungeweinten Tränen. Situationen die ich noch nicht wirklich zu 100% verarbeitet habe.

Gerade in der jetzigen Zeit werden uns ja immer mal wieder Situationen gezeigt die noch einmal angesehen werden wollen. Alte Verhaltens- oder Glaubensmuster, nicht verarbeitete Gefühle uvm. Vermutlich ist es an der Zeit sich alles noch einmal anzusehen um es dann endgültig loszulassen. Es ist vorbei, die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern, nichts lässt sich ungeschehen machen.
Am wenigsten helfen uns Schuldgefühle oder Wut, ganz im Gegenteil. Sie bremsen uns aus und lassen uns so an dem Geschehenen und allen Beteiligten haften.

Es ist an der Zeit anderen und vor allem aber uns selber zu vergeben. Wir müssen vergeben um frei zu sein. Frei von der Vergangenheit und frei von Menschen die nichts mehr in unserem Leben zu suchen haben. Alles was wir erlebt und alles was wir gesagt und getan haben, waren Erfahrungen die uns vieles gelehrt haben. Sie haben uns zu diesem Punkt geführt an dem wir heute stehen und uns zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind. Wir müssen lernen mehr im Jetzt, in der Gegenwart zu leben. Die Vergangenheit ist nicht zu ver-ändern und die Zukunft ist nur begrenzt einzuschätzen. Was also wirklich zählt ist der jetzige Augenblick. Geniesse was auch immer Du gerade tust, erfreue Dich an dem was Du hast und was Du bist. Du bist genau so richtig wie Du bist. Menschen, die Dich nicht so mögen wie Du bist haben Dich anders auch nicht verdient.

Lasse die Menschen ziehen, die Dir nicht gut tun oder die Dir im Wege stehen. Sie rauben Dir nur unnötig Deine Energien, die Du anderweitig nutzen kannst und solltest. Geh Deinen eigenen Weg, mach das was Dir gut tut und was Dir Freude bereitet. Du wirst die Menschen anziehen die mit Dir auf einer Wellenlänge liegen, mit denen Du Dich austauschen und mit denen Du wachsen kannst. Das Leben ist kurz, niemand weiss wieviel Zeit ihm noch hier auf Erden verbleibt.

Also hab Freude an Deinem Leben, geniesse es und konzentriere Dich auf die schönen Dinge. Ich habe die Worte im Sinn: “Auf Regen folgt auch immer wieder Sonnenschein.” Ein Gewitter hat ja auch immer etwas Reinigendes. Und da ist etwas Wahres dran. Regen und Sonne zusammen ergeben zudem einen wunderschönen Regenbogen, den man ja nicht allzu oft sieht. Also auch ein kleines Geschenk das uns zeigt es geht immer wieder weiter.

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Das in mir war glaube ich ein Orkan der durch mein gesamtes Inneres gefegt ist um alles aus den tiefsten Ecken zu holen, was sich dort festgesetzt hat. Also so etwas wie eine Grundreinigung meines Inneren. Etwas, das man augenblicklich als “Unglück”, “Fehltritt” o.ä. Bezeichnet, kann im Grunde ein großes Geschenk in sich bergen. Natürlich tun wir uns oft schwer, das in diesen Momenten auch so zu sehen oder anzunehmen. Vielleicht müssen erst noch ein paar andere Puzzle Teile hinzukommen, damit es für uns ein Bild ergibt und wir es wirklich verstehen können. Denn im Nachhinein sagen wir oft: “Gut, dass es doch so gekommen ist.” Das was uns im einen Moment so traurig macht, kann uns vor einem riesen Fehler bewahren und wir werden uns am Ende riesig darüber freuen. Aber dazu muss man vertrauen, dass eben alles so kommt wie es für einen am Besten ist. Zugegeben, es ist nicht immer einfach und es klappt mal mehr mal weniger gut. Aber auch das sind unsere Lernaufgaben an denen wir wachsen. Und mit jedem mal fällt es uns leichter anzunehmen was kommt.

Manchmal ist es dann auch notwendig sich etwas zurück zu ziehen um mit sich selber alleine zu sein. Weg von dem ganzen Trubel, Internet, Telefon usw. Denn die Antworten auf all unsere Fragen liegt in unserem Inneren, wir kennen sie schon. Doch um sie zu erkennen, zu hören müssen wir still sein. Je mehr wir also im Aussen beschäftigt sind, nach Ablenkung o.ä. suchen, desto weniger finden und vernehmen wir unsere Antwort.

Die Ruhe in den letzten Tagen hat mir sehr gut getan und ich geniesse sie augenblicklich noch immer.

Ein schönes Ventil für angestaute Gefühle, unausgesprochene Worte ist für mich das Schreiben. Einfach drauf los schreiben ohne zu überlegen ob es Sinn macht oder nicht. Es muss niemand anderes verstehen, meist bekommt es ja auch niemand anderes als man selber zu lesen. Und falls doch, können die Personen entweder etwas damit anfangen oder nicht. Aber darauf liegt für mich nicht das Augenmerk beim schreiben. Es fühlt sich für mich einfach gut an und darum geht es.

Sich etwas von der Seele schreiben trifft es in der Tat sehr gut und kann ich jedem nur empfehlen. 😉

Mohnblumen Collage

Geschrieben im April 2014

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